Ein Video sorgt derzeit für Aufregung in Phuket. Am Abend des 9. Juni wurde eine Aufzeichnung veröffentlicht, die einen kleinen ausländischen Jungen zeigt, der auf einer belebten Straße ein Auto steuert. Das Ganze passiert auf der Chao Fa Road, direkt in Richtung der Central Phuket Kreuzung. Was zunächst harmlos schien, entpuppte sich schnell als ein schockierender Anblick. Der Junge, schätzungsweise unter 10 Jahre alt, sitzt auf dem Schoß eines Erwachsenen, der ihm anscheinend beim Fahren hilft. Mit einem schüchternen Lächeln im Gesicht hält das Kind das Lenkrad, während das Auto von Seite zu Seite schwankt. Ein passierender Fahrer bemerkte, dass die anderen Fahrzeuge hinter ihnen langsamer wurden und Abstand hielten, was die Situation ziemlich brenzlig machte.
Was die Leute noch mehr in Aufregung versetzte, war die Tatsache, dass die Erwachsenen anscheinend nichts dagegen hatten. Der Aufnehmer des Videos dachte zuerst, der Fahrer könnte betrunken oder unerfahren sein. Als sie jedoch näher kamen, war die Realität unübersehbar: das Kind am Steuer. Sofort wurde das Video in sozialen Medien geteilt und die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Nutzer fragten sich, wie es möglich sei, dass ein Erwachsener so etwas zulässt. Die Kommentare waren unüberhörbar: „In Deutschland würden die Eltern dafür rechtliche Konsequenzen zu spüren bekommen!“ und „Wo bleibt die Polizei, wenn man solche Dinge sieht?“
Die Gefahren auf Thailands Straßen
Das ist nicht das erste Mal, dass solche gefährlichen Situationen auf thailändischen Straßen beobachtet werden. In Thailand fahren viele Kinder ohne Helm, Führerschein und Sicherheitsvorkehrungen auf Rollern und Mopeds. Oft kaufen Eltern ihren Kindern Zweiräder, da diese als praktisch gelten, trotz der gefährlichen Straßenverhältnisse. Es ist fast schon lächerlich im Vergleich zu Deutschland, wo man sich gar nicht vorstellen kann, dass Kinder so ungesichert unterwegs sind. Hier gilt die Helmpflicht zwar, aber wie oft wird sie tatsächlich durchgesetzt? Kaum! In ländlichen Gebieten sieht man oft Schulkinder, die auf Rollern fahren, obwohl es gesetzlich verboten ist.
Die Verkehrsregeln sind in Thailand oft nur ein Vorschlag. Schulbusse, die oft umgebaute Pick-ups sind, sind unsicher und überladen. Und trotz der alarmierenden Verkehrsstatistiken, die besagen, dass Thailand eine der höchsten Verkehrstotenraten hat – 36,2 pro 100.000 Einwohner – scheint sich nicht viel zu ändern. Hauptursachen für Unfälle sind Alkohol, fehlende Helme und überhöhte Geschwindigkeit. Komischerweise sind Polizeikontrollen unregelmäßig und Verstöße werden in touristischen Gebieten strenger geahndet.
Ein Aufruf zur Veränderung
Die aktuelle Situation ist alarmierend. Die WHO berichtet von etwa 18.000 Verkehrstoten in Thailand im Jahr 2021, und die Verletzungsstatistiken sind ebenso erschreckend. Die Mehrheit der Toten sind Motorradfahrer, und die Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer ist alles andere als sicher. Es wird gefordert, dass Kinder in sicheren Transportmitteln befördert werden, anstatt auf Rollern zu fahren. Eine Investition in die Verkehrssicherheit könnte viele Leben retten. Ein jährlicher Betrag von 632 Millionen USD würde es ermöglichen, etwa 6.000 Leben zu retten.
Die thailändische Regierung hat zwar einen Masterplan für die Verkehrssicherheit, der bis 2027 reicht, aber ob das ausreicht, um die alarmierenden Statistiken zu verbessern, bleibt fraglich. Das Ziel, die Verkehrstoten bis 2030 um die Hälfte zu reduzieren, ist ambitioniert, aber der derzeitige Trend zeigt, dass Thailand auf dem richtigen Weg ist, diesen Anspruch nicht zu erfüllen. Und während die Straßen weiterhin unsicher sind, bleibt die Frage: Wie viele Eltern werden noch zusehen, wie ihre Kinder die Gefahren der Straßen ignorieren?