Heute ist der 7.06.2026 und während wir hier in Phuket die warmen Sonnenstrahlen genießen, gibt es in Bali und ganz Indonesien ein Thema, das in den letzten Wochen für ordentlich Aufregung sorgt. Die indonesischen Behörden haben die Zügel angezogen und gehen verstärkt gegen ausländische Influencer und digitale Kreatoren vor, die mit Touristenvisa arbeiten. Was sich vorher vielleicht wie ein lockeres Leben im Paradies anfühlte, hat sich jetzt zu einer echten Herausforderung entwickelt.
Die neu gegründete Dharma Dewata Immigration Patrol Task Force hat ein Auge auf alle, die in den beliebten touristischen Hotspots unterwegs sind. Innerhalb kürzester Zeit wurden 62 Influencer festgenommen, und das ist nur der Anfang. Die Behörden sind der Meinung, dass viele Aktivitäten, die von Influencern durchgeführt werden, als Arbeit klassifiziert werden müssen – und zwar unabhängig davon, ob dafür tatsächlich Geld fließt oder nicht. Das heißt, selbst unbezahlte Werbeaktionen, gesponserte Social-Media-Beiträge oder Kooperationen mit Marken können jetzt als illegal gelten, wenn sie mit einem Touristenvisum durchgeführt werden.
Neue Regeln und strenge Kontrollen
Die indonesischen Einwanderungsbehörden haben eine recht weit gefasste Definition von „Arbeit“ angenommen. Hierbei werden nicht nur traditionelle Beschäftigungen erfasst, sondern auch alles, was wirtschaftlichen Wert generiert. Das schließt sogar Bartervereinbarungen und Workshops ein. Die Argumentation, dass man durch kostenlose Unterkünfte oder Produkte in einer rechtlichen Grauzone operiert, gilt nicht mehr. Die Behörden haben klargemacht, dass die Zahlung nicht das entscheidende Kriterium ist. So wird der Einreise- und Visastatus vor Kampagnen oder Kooperationen für alle Kreatoren zu einem wichtigen Thema.
Das Ende der informellen Toleranz gegenüber Influencer-Marketing auf Touristenvisa wird von vielen als ein Schritt in die richtige Richtung angesehen. Befürworter sagen, dass Bali einfach die Einwanderungsgesetze durchsetzt und sicherstellt, dass diejenigen, die Einkommen generieren, die richtigen Visa-Kanäle nutzen. Allerdings gibt es auch viele Kritiker, die befürchten, dass es für Reisende und Kreatoren zu Verwirrung führt. Wo genau zieht man die Grenze zwischen persönlicher Social-Media-Nutzung und wirtschaftlich wertschöpfendem Inhalt? Das bleibt vorerst unklar, und die Beamten zeigen wenig Anzeichen, dass sie nachlassen werden.
Legale Wege für Kreatoren
Glücklicherweise gibt es legale Optionen für digitale Nomaden und Influencer, die in Indonesien arbeiten möchten. Seit 2023 gibt es das KITAS E33G, auch bekannt als das „Digitale Nomadenvisum“. Es ist für Remote Worker gedacht, die ihr Einkommen aus dem Ausland beziehen. Die Vorteile dieses Visums sind vielfältig: schnellere Einreise, die Möglichkeit, ein Bankkonto bei lokalen Banken zu eröffnen, und sogar Zugang zur staatlichen Krankenversicherung – das klingt doch recht verlockend, oder?
Die Voraussetzungen sind jedoch nicht ohne: Nachweis über regelmäßiges Einkommen, ein gültiger Reisepass, Krankenversicherung und ein finanzieller Nachweis sind erforderlich. Der Antrag muss vor Ort in Indonesien gestellt werden, und die Bearbeitungszeit kann zwischen 10 und 20 Arbeitstagen liegen. Die Kosten für diesen Antrag variieren je nach dem, ob man von außerhalb oder innerhalb Indonesiens beantragt.
Also, falls du überlegst, nach Bali zu reisen und das Influencer-Leben zu leben, sei dir bewusst, dass du die Regeln beachten musst. Die Zeiten, in denen man einfach mit einem Touristenvisum einreisen und unbesorgt Content produzieren konnte, sind vorbei. Die Behörden haben ihre Hausaufgaben gemacht und sind bereit, durchzugreifen. Und wer weiß, vielleicht wird das Ganze am Ende zu einer klareren und faireren Regelung führen – für alle Beteiligten.