Politisches Schachspiel: Anutin übernimmt das Ruder im Eastern Economic Corridor
Heute ist der 17.06.2026 und während die Sonne über Phuket aufgeht, gibt es Neuigkeiten aus Bangkok, die für einige Aufregung sorgen. Premierminister Anutin Charnvirakul hat sich kürzlich dazu geäußert, dass er Transportminister Phiphat Ratchakitprakarn von seiner Verantwortung für den Eastern Economic Corridor (EEC) entbunden hat. Eine Entscheidung, die für einige Verwirrung sorgt, denn Anutin betont, es gebe keinen Konflikt zwischen den beiden. Aber was steckt wirklich hinter dieser plötzlichen Änderung?
Der Premierminister möchte die direkte Verantwortung für das EEC-Projekt selbst übernehmen. Denn, so Anutin, ist der EEC mittlerweile so weit fortgeschritten, dass die Transport- und Infrastruktursysteme weitgehend bereit sind. Der nächste Schritt? Investitionen in Industriegebiete, Fabriken, Universitäten und neue Geschäftsstädte zu fördern. Hierbei will Anutin als „Verkäufer“ auftreten und ausländische Investoren anlocken. Das klingt ambitioniert, oder? Besonders, wenn man bedenkt, dass er plant, häufige Treffen mit Weltführern und globalen Wirtschaftsvertretern abzuhalten, um Thailand und das EEC-Projekt ins beste Licht zu rücken.
Die Rolle von Phiphat Ratchakitprakarn
Trotz seiner Abberufung sieht Phiphat seine Rolle in der Regierung nicht als geschmälert. Er ist bereit, jede Aufgabe zu übernehmen, die ihm Anutin zuteilt. Interessant ist, dass Phiphat selbst die Gründe für diese plötzliche Entscheidung nicht kennt. Es gibt Spekulationen, dass seine Entfernung vom EEC-Projekt mit seiner Weigerung zusammenhängt, den Vertrag für das Hochgeschwindigkeitsbahnprojekt, das die Flughäfen Suvarnabhumi, Don Mueang und U-Tapao verbindet, zu ändern.
Das Hochgeschwindigkeitsbahnprojekt, das offiziell als „High-Speed Rail Linking Three Airports Project“ bekannt ist, hat seit seiner Genehmigung im Jahr 2019 einen steinigen Weg hinter sich. Seit sechs Jahren ist es im Verzug und die EEC Politikkommission plant, den Vertrag nächste Woche erneut zu überprüfen. Ein finanzielles Modell, das „Pay-as-you-build“ vorschlägt, sorgt für Bedenken hinsichtlich der fiskalischen Disziplin. Dieses 225-Milliarden-Baht-Projekt ist ein zentraler Bestandteil des EEC-Entwicklungsplans. Aber ob es jemals verwirklicht wird? Das bleibt abzuwarten.
Herausforderungen und Hürden
Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass das Projekt nach wie vor an zahlreichen Hindernissen leidet. Verzögerungen bei der Enteignung und der Übertragung von Land haben den Bau in die Länge gezogen, und die Eröffnung, die ursprünglich für 2024 geplant war, wird nun frühestens für 2030 erwartet. Und das, obwohl die EEC-Kommission versucht, einen klaren operativen Rahmen zu schaffen, bevor das Projekt an die nächste Verwaltung übergeben wird.
Die Situation ist angespannt. Während Anutin den EEC als Vorzeigeprojekt inszenieren möchte, kämpft sein Minister Phiphat mit den Herausforderungen des Vertrags und den Erwartungen der Investoren. Und die Frage bleibt: Werden die beiden, trotz der aktuellen Umstände, in der Lage sein, die Vision für den EEC zu verwirklichen? Die Zeit wird es zeigen.
