In den letzten Jahren haben steigende Gesundheitskosten in den USA viele Amerikaner dazu veranlasst, nach Alternativen im Ausland zu suchen. Länder wie Frankreich, Portugal, Spanien, Costa Rica und Panama bieten nicht nur hochwertige Gesundheitsversorgung, sondern tun dies auch zu einem Bruchteil der Kosten, die in den USA anfallen. Private Gesundheitsversorgung in diesen Ländern ist erschwinglich und weit verbreitet, während auch kostengünstige öffentliche Systeme für die Bevölkerung zugänglich sind. Eine Umfrage von West Health-Gallup zeigt, dass fast die Hälfte der US-Erwachsenen befürchtet, im Jahr 2026 keine grundlegende Gesundheitsversorgung mehr leisten zu können. Insbesondere Rentner ziehen in Erwägung, ins Ausland zu gehen, um Zugang zu hochwertiger Pflege zu erhalten.
Die Publikation International Living bewertet Gesundheitssysteme basierend auf den Erfahrungen von Expats. Die Kriterien für diese Rankings umfassen Erschwinglichkeit, hohe Qualität, Zugänglichkeit und die Bereitschaft, englischsprachige Patienten zu empfangen. In Frankreich haben Expats die Möglichkeit, nach nur drei Monaten Aufenthalt auf das nationale Sozialversicherungssystem zuzugreifen, was die Eigenkosten erheblich senkt. Portugal hingegen besticht durch aufmerksame Ärzte, schnelle Termine und klare Kommunikation zu niedrigen Preisen.
Vergleich der Gesundheitssysteme in Europa
Ein Blick nach Deutschland zeigt, dass hier eine hohe Verfügbarkeit von Gesundheitspersonal und Infrastruktur gegeben ist. Im Durchschnitt geht jeder Bundesbürger jährlich knapp zehnmal zu einem Arzt – eine Zahl, die vermutlich die tatsächliche Kontaktzahl unterschätzt. Zum Vergleich: In Frankreich sind es nur 5,6 Arztbesuche pro Jahr. Die hohe Inanspruchnahme im stationären Bereich ist ebenfalls bemerkenswert, mit 213 Krankenhauseinweisungen pro 1.000 Einwohnern im Jahr 2022, was 40% über dem EU-Durchschnitt liegt. Im Gegensatz dazu liegen die Quoten in Ländern wie Dänemark und Schweden um circa 40% niedriger.
Das deutsche Gesundheitssystem gilt als gut zugänglich, jedoch gibt es auch Herausforderungen. Die Behandlung von Krankheiten wie Diabetes und Herzinsuffizienz könnte häufig ambulant erfolgen, was auf Lücken in der Primärversorgung hinweist. Gleichzeitig ist der Anteil der selbst zu tragenden Kosten an den Gesundheitsausgaben in Deutschland 2022 bei rund 11% und damit deutlich unter dem Niveau der meisten anderen EU-Staaten. Dennoch bleibt die 30-Tage-Sterblichkeit nach Herzinfarkt über dem EU-Durchschnitt, was auf strukturelle Probleme hinweist.
Gesundheitsausgaben und Lebenserwartung
Die Gesundheitsausgaben in Deutschland beliefen sich 2023 auf etwa 11,7% des BIP, was den höchsten Anteil unter den 27 EU-Staaten darstellt. Im Vergleich liegt der EU-Durchschnitt bei 10,0% des BIP. Diese Ausgaben umfassen sowohl Langzeitpflege als auch medizinische Grund- und Behandlungspflege. Trotz dieser hohen Ausgaben zeigt sich, dass die geschätzte Lebenserwartung bei Geburt im Jahr 2023 bei 81,2 Jahren liegt, was knapp unter dem EU-Durchschnitt ist. Deutschland steht damit unter den EU-15-Staaten am Ende der Liste, was die Lebenserwartung angeht.
Insgesamt zeigt sich, dass es sowohl in den USA als auch in Europa große Unterschiede in der Gesundheitsversorgung gibt. Während Länder wie Frankreich und Spanien für Amerikaner attraktive Alternativen bieten, bleibt Deutschland ein Land mit einer soliden Gesundheitsinfrastruktur, das jedoch auch seine eigenen Herausforderungen hat. Die Entscheidung für eine Gesundheitsversorgung im Ausland oder in der Heimat hängt letztlich von den individuellen Bedürfnissen und Prioritäten der Patienten ab.