Langkawi, das malerische Archipel in Malaysia, hat sich unter dem wachsamen Auge der Tourismusbehörden auf den Weg gemacht, sich als bedeutendes Reiseziel zu behaupten. Die Zahlen sind jedoch nicht gerade ermutigend. Salleh Saidin, der Tourismus-Exekutive von Kedah, hat jüngst erklärt, dass die Besucherzahlen für Langkawi bis 2025 auf etwa 3,2 Millionen geschätzt werden. Im Vergleich dazu zieht Phuket, das glitzernde Juwel Thailands, schätzungsweise 13 Millionen Touristen an, und Bali, das Paradies der indonesischen Inseln, sogar 33,56 Millionen. Teresa Kok von der DAP hat diese Diskrepanz in den Raum geworfen und die Frage aufgeworfen, warum Langkawi nicht mit diesen Größen mithalten kann.
Doch Salleh konterte, die Vergleiche seien „simplistisch, strukturell unfair und intellektuell unehrlich“. Er machte deutlich, dass Bali und Phuket seit den 1920er und 1970er Jahren als große Tourismusziele entwickelt wurden – mit massiver Unterstützung von Zentralregierungen und internationaler Anbindung. Langkawi hingegen operiert in einem viel kleineren Rahmen und ist stärker von den Entscheidungen der Bundesregierung abhängig. Die Infrastruktur, insbesondere der Fährdienst, ist ein großes Hindernis für die Ankunft von Touristen. Hier müssen die richtigen Hebel in der Politik angesetzt werden.
Herausforderungen und Chancen für Langkawi
Langkawi hat sich zwar einen Namen gemacht, vor allem durch seinen zollfreien Status und traumhafte Strände, aber die Konkurrenz schläft nicht. Die südthailändischen Inseln, allen voran Phuket, sind nicht nur geografisch näher, sondern auch touristisch besser vernetzt. Die hohen Lebensmittelpreise und die sinkenden Besucherzahlen setzen Langkawi zusätzlich zu. Und das Potenzial für Geotourismus, das bei weitem nicht ausgeschöpft ist, könnte hier Abhilfe schaffen.
Als UNESCO Global Geopark seit 2007 hat Langkawi einiges zu bieten. Die geologischen Wunder wie der Kilim Geoforest Park und der Machinchang Cambrian Geoforest Park sind wie geschaffen für nachhaltige Tourismusangebote. Bootstouren durch die Mangroven und Besuche in Entdeckungszentren könnten Touristen nicht nur fesseln, sondern auch das Bewusstsein für Umweltschutz schärfen. Die Zusammenarbeit zwischen lokalen Behörden, Hotels und Touristenattraktionen ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Die Mobilität in Langkawi
Ein weiteres großes Problem: die Mobilität. Der öffentliche Nahverkehr ist nahezu nicht existent, und während der Hochsaison sind die Fahrdienst-Apps überlastet. Wer keinen Mietwagen hat, steht oft auf dem Schlauch. Das Fehlen regelmäßiger Fährverbindungen sorgt dafür, dass die Erreichbarkeit vieler schöner Orte auf Langkawi leidet. Vorschläge, ein Light Rapid Transit (LRT) System einzuführen oder Motorradtaxis einzusetzen – ähnlich wie in Bali – könnten hier neue Wege aufzeigen.
Letztlich muss Langkawi sein Tourismusbranding überdenken. Anstatt nur die üblichen Verdächtigen anzusprechen, könnten lokale Legenden wie die von Mat Raya und Mat Cincang in die Erzählungen integriert werden, um das Interesse der Besucher zu wecken. Jedes Dorf sollte Teil der Geschichte sein, um einen tiefen Eindruck zu hinterlassen. Nachhaltigkeit und Inklusivität müssen dabei im Vordergrund stehen, um langfristig Erfolg zu haben.
Es ist ein spannendes, aber auch herausforderndes Unterfangen, das Langkawi vor sich hat. Die Möglichkeiten sind da, und mit der richtigen Strategie könnte die kleine Insel im Andamanensee bald wieder im Rampenlicht stehen. Aber wie gesagt, ohne die Unterstützung der Bundesregierung wird es schwer, all diese schönen Pläne in die Tat umzusetzen. Die Zeit wird zeigen, ob Langkawi das Ruder herumreißen kann.