Am 27. April 2026 wurde in Phuket ein Mann festgenommen, der beschuldigt wird, einen langsamen Loris, ein geschütztes Wildtier, illegal zu transportieren. Der Verdächtige bot Touristen in Karon gegen Bezahlung die Möglichkeit an, Fotos mit dem Tier zu machen. Diese schockierende Praxis ist nicht nur illegal, sondern auch eine ernsthafte Bedrohung für den Naturschutz. Die Beamten des Khao Phra Thaeo Non-Hunting Area, unterstützt von der Karon-Polizei und dem Phuket MP Chalermpong Sangdee, führten eine Inspektion durch, nachdem Beschwerden über den Missbrauch geschützter Arten eingegangen waren.
Während dieser Inspektion wurde der Mann mit dem Loris, in Thailand als nang ai bekannt, angetroffen. Neben dem Tier hatte er auch eine Schultertasche, ein Metallhakenwerkzeug und zwei Messer bei sich. Als die Beamten ihn festnehmen wollten, versuchte er, sie anzugreifen, wurde jedoch überwältigt und in Gewahrsam genommen. Der Verdächtige sieht sich nun Anklagen wegen des Besitzes geschützter Wildtiere ohne Genehmigung gemäß den Wildlife Conservation and Protection Acts von 2019 und 1992 gegenüber. Die Strafe für dieses Vergehen kann bis zu 500.000 Baht oder fünf Jahre Gefängnis betragen.
Ein schweres Vergehen mit weitreichenden Folgen
Die Festnahme ist Teil einer umfassenden Anstrengung, die Gesetze zum Schutz von Wildtieren durchzusetzen und Thailands natürliche Ressourcen zu bewahren. Beamte betonten, dass der illegale Besitz geschützter Wildtiere ein ernsthaftes Vergehen ist. Der langsame Loris, der in der Wildnis hauptsächlich in Bäumen lebt und selten den Boden berührt, wurde zur Rehabilitation ins Phang Nga Wildlife Breeding Centre gebracht, bevor er wieder in die Freiheit entlassen wird.
Laut dem International Fund for Animal Welfare (IFAW) sind langsame Lorises nachtaktive Primaten, die für ihre großen Augen und langsame Bewegungen bekannt sind und zudem die einzigen giftigen Primaten der Welt sind. Tierschutzgruppen warnen, dass diese Tiere aufgrund ihrer geringen Größe und auffälligen Erscheinung oft für illegale Fotoprojekte ins Visier genommen werden. Ein früherer Vorfall, bei dem ein Mann Touristen 200 bis 300 Baht für Fotos mit einem langsamen Loris am Strand von Phuket berechnete, zeigt, dass es sich um ein verbreitetes Problem handelt.
Der Kampf gegen illegalen Tierhandel
Der Vorfall in Phuket wirft ein Schlaglicht auf den Kampf gegen den illegalen Handel mit Wildtieren, der nicht nur in Thailand, sondern weltweit ein ernstes Problem darstellt. In Deutschland beispielsweise wird der Schutz von Wildtieren ebenfalls diskutiert. Die Ampel-Koalition arbeitet seit zwei Jahren an einer Novellierung des Tierschutzgesetzes. Im Frühjahr 2024 wurde ein Gesetzesentwurf vom Bundeskabinett beschlossen, der jedoch von Pro Wildlife als unzureichend kritisiert wird, insbesondere in Bezug auf den Schutz exotischer Wildtiere. Die Organisation fordert anlässlich des Welttierschutztages am 04. Oktober eine Verbesserung des Wildtierschutzes.
Die Wildtierpopulationen in freier Natur schrumpfen, während der Handel mit exotischen Arten in Deutschland zunimmt. Exotische Wildtiere wie Servale, Affen und Papageien sind in vielen deutschen Haushalten verbreitet, ohne dass es einheitliche Regelungen für deren Haltung gibt. Laut einer Umfrage aus 2023 sind 81% der Deutschen gegen die Haltung exotischer Wildtiere als Haustiere. Pro Wildlife argumentiert, dass Wildtiere für die Privathaltung ungeeignet sind und fordert eine Positivliste, die festlegt, welche Arten für die Privathaltung geeignet sind.
Der Vorfall in Phuket und die laufenden Diskussionen in Deutschland verdeutlichen die dringende Notwendigkeit, den Schutz von Wildtieren zu verbessern und den illegalen Handel zu bekämpfen. Nur durch konsequente Maßnahmen und ein gemeinsames Bewusstsein können wir die natürliche Vielfalt unserer Erde bewahren.